Was kostet eine App? Einen seriösen Preis gibt es nicht ohne festgelegten Umfang: Die Kosten einer App sind die Zahl der Arbeitstage, die sie erfordert, multipliziert mit dem Tagessatz der Menschen, die sie bauen, plus Fixkosten und Wartung nach dem Launch. Dieser Ratgeber fasst die Tagessätze aus einem französischen Honorar-Barometer zusammen, dazu die offiziellen Gebühren von App Store und Google Play und die Faktoren, die die Zahl der Tage erhöhen oder senken.
Warum schwanken App-Preise so stark?
Zwei Projekte, die beide „App“ heißen, können nichts gemeinsam haben: eine Buchungs-App mit ein paar Screens und einem Kalender und eine Bestell-App mit Bezahlung, Lieferverfolgung, Kundenkonten und Backoffice. Ihre Preise sind nicht vergleichbar, weil die Arbeit dahinter es nicht ist.
Seien Sie deshalb vorsichtig bei Preisspannen ohne festgelegten Umfang. Die Rechnung, die trägt, ist immer dieselbe: Arbeitstage pro Rolle mal Tagessatz, dann das, was einmalig oder jährlich hinzukommt (Entwicklerkonten, Hosting, Drittanbieterdienste, Wartung).
Welchen Tagessatz verlangt ein App-Entwickler?
Der Personalvermittler Silkhom veröffentlicht ein Tagessatz-Barometer samt Methodik. Die Ausgabe 2025 beruht auf seinen Vermittlungen, den Stellenbeschreibungen seiner Kunden und Daten von mehr als 20.000 Freelancern, die von 2019 bis 2025 ausgewertet wurden, und nennt Spannen nach Rolle, Erfahrung und Gebiet (Paris, die größten Städte, die Regionen). Verstehen Sie sie als Größenordnungen: Die Zahlen stammen aus dem Vermittlungsgeschäft von Silkhom, und Silkhom weist darauf hin, dass seine Durchschnittswerte Erfahrung und Programmiersprachen berücksichtigen und vor dem Hintergrund der Dynamik des jeweiligen Fachgebiets zu gewichten sind.
Laut diesem Barometer, abgerufen am 29. September 2026, gelten in Paris folgende Spannen pro Tag nach Rolle und Erfahrung:
- iOS-, Android- oder Cross-Platform-Entwickler (React Native, Flutter, Ionic): 330 bis 430 € als Junior (0 bis 2 Jahre), 400 bis 500 € auf Mid-Level (2 bis 5 Jahre; 400 bis 550 € für Android), 500 bis 650 € als Senior (über 5 Jahre), 600 bis 720 € als Lead Developer (über 8 Jahre)
- Dieselben Entwickler in den Regionen, außerhalb von Paris und den größten Städten: 300 bis 380 € als Junior, 450 bis 550 € als Lead Developer
- UI/UX-Designer: 350 bis 450 € als Junior, 430 bis 530 € auf Mid-Level, 450 bis 580 € als Senior
- Digitaler Projektmanager: 430 bis 500 € als Junior, 550 bis 650 € auf Mid-Level, 600 bis 800 € als Senior
- Fachlicher Tester: 400 bis 480 € als Junior, 450 bis 550 € auf Mid-Level, 500 bis 650 € als Senior
Was treibt die Kosten der App-Entwicklung?
Ein Tagessatz sagt Ihnen, was ein Tag kostet, nicht, wie viele Sie brauchen. Ein Team vereint mehrere Rollen (Entwicklung, Design, Projektmanagement, Test), und die Tage jeder Rolle hängen davon ab, was die App leisten muss. Diese Punkte fallen ins Gewicht:
- Umfang: die Zahl der Screens und Nutzerwege und vor allem die Funktionen dahinter, etwa Benutzerkonten, Suche, Benachrichtigungen oder Offline-Modus.
- Plattformen: iOS, Android, eine Webversion oder alle drei. Jede zusätzliche Plattform bedeutet mehr Entwicklung, mehr Tests und ein weiteres Release.
- Integrationen: Bezahlung, CRM, ERP, Karten, Messaging oder die API eines Partners. Jede muss gebaut, getestet und nachgezogen werden, wenn sich der Drittanbieterdienst ändert.
- Das Backoffice: die Oberfläche, in der Ihre Teams Inhalte, Nutzer und Bestellungen verwalten, von der ersten Schätzung an einzuplanen.
- Design: Start mit einem bestehenden UI-Kit oder individuell gestaltete Screens, mit Nutzern getestet.
- Sicherheit und personenbezogene Daten: Authentifizierung, Verschlüsselung, Einwilligung, Protokollierung. Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat Empfehlungen für mobile Apps veröffentlicht, die sich an Anbieter wie an Entwickler richten.
- Tests: auf echten Geräten, mit verschiedenen Bildschirmgrößen und Betriebssystemversionen.
- Bestehendes: Wer eine App übernimmt oder an ein älteres System anbindet, muss es zuerst verstehen.
Nativ oder Cross-Platform: Was ist günstiger?
Eine native App für iPhone und Android wird zweimal geschrieben: in Swift für iOS und in Kotlin für Android. Eine Cross-Platform-App, gebaut mit Flutter oder React Native, teilt den Großteil ihres Codes zwischen beiden Systemen, mit nativen Teilen dort, wo eine Gerätefunktion es verlangt.
Der Unterschied liegt größtenteils nicht im Tagessatz: Im Barometer von Silkhom sind die Spannen für iOS-, Android- und Cross-Platform-Entwickler nahezu identisch. Der Abstand entsteht vor allem durch die Zahl der Tage, mit einer Codebasis statt zwei, die geschrieben, getestet und gewartet werden müssen. Nativ ist weiterhin sinnvoll bei anspruchsvoller Grafik oder Funktionen, die eng an das Gerät gebunden sind.
Und wenn Ihre Nutzer nur gelegentlich vorbeikommen, reicht vielleicht eine gut gebaute Website: kein Store, kein Entwicklerkonto, nur eine Version zu pflegen.
Welche Gebühren kommen zur Entwicklung hinzu?
Um in den Stores zu veröffentlichen, brauchen Sie ein Entwicklerkonto, idealerweise auf den Namen Ihres Unternehmens. Laut Apple beträgt die Jahresgebühr für das Apple Developer Program 99 USD, wo verfügbar in lokaler Währung, und die Preise können je nach Region abweichen. Laut Google ist für die Registrierung in der Play Console eine einmalige Gebühr von 25 USD fällig.
Dann kommen das Hosting von Server und Datenbank sowie nutzungsabhängig abgerechnete Drittanbieterdienste hinzu: Versand von E-Mails oder SMS, Karten, Zahlungen. Wenn die App Abonnements oder digitale Inhalte verkauft, lesen Sie vor der Preisgestaltung auch die Provisionsbedingungen von Apple und Google. Lassen Sie jede dieser Kostenpositionen im Angebot ausweisen, auch wenn Sie sie direkt bezahlen.
Was kostet eine App nach dem Launch?
Eine App ist nie fertig, weil Apple und Google ihre Anforderungen regelmäßig anheben. Seit dem 28. April 2026 akzeptiert Apple in App Store Connect nur noch Apps, die mit Xcode 26 oder neuer und einem SDK der Version 26, etwa dem von iOS 26, erstellt wurden. Seit dem 31. August 2026 verlangt Google Play, dass neue Apps und App-Updates auf Android 16 (API-Level 36) oder höher ausgerichtet sind. Eine bestehende App muss ihrerseits mindestens auf Android 15 (API-Level 35) ausgerichtet sein, um für neue Nutzer verfügbar zu bleiben, deren Geräte mit einer neueren Android-Version laufen als der, auf die sie ausgerichtet ist.
Planen Sie daher ein laufendes Budget für diese Updates, Fehlerbehebungen, Fehlerüberwachung, Hosting und die Änderungen, die Ihre Nutzer wünschen. Seine Höhe hängt von der App ab: Lassen Sie es im Angebot separat beziffern, mit dem, was es abdeckt.
Wie bekommen Sie ein App-Angebot, auf das Sie sich verlassen können?
Beschreiben Sie das zu lösende Problem, die Nutzer, die anzubindenden Tools und was in die erste Version gehört, und schicken Sie dann jedem Anbieter dasselbe Briefing: Erst das macht Angebote vergleichbar. Ist der Umfang noch unklar, legt eine bezahlte Discovery-Phase ihn fest, bevor Sie sich auf die gesamte Umsetzung festlegen. Prüfen Sie in jedem Angebot:
- Die Zahl der Tage pro Rolle (Entwicklung, Design, Projektmanagement, Test), nicht nur eine Summe
- Was enthalten ist: Backoffice, Tests auf Geräten, Veröffentlichung in den Stores, Dokumentation
- Das Vertragsmodell: Festpreis bei eingefrorenem Umfang oder Abrechnung nach Aufwand, wenn sich die Anforderungen ändern werden
- Die Wartung nach dem Launch, separat beziffert
- Wem Code, Entwicklerkonten und Daten gehören
Das Wichtigste in Kürze
- Die Kosten einer App: Arbeitstage mal Tagessatz, plus Fixkosten und Wartung
- Laut Silkhom (2025) berechnet ein Senior-Mobile-Entwickler in Paris 500 bis 650 € pro Tag
- Ob nativ oder Cross-Platform: Der Kostenunterschied entsteht vor allem durch die Zahl der Tage, mit einer Codebasis statt zwei
- Apple verlangt 99 USD pro Jahr, Google Play einmalig 25 USD, und beide heben ihre Anforderungen regelmäßig an
FAQ
Was kostet eine mobile App?
Einen Standardpreis gibt es nicht: Er hängt von der Zahl der Arbeitstage ab, die sich aus Screens, Funktionen, Plattformen und Integrationen ergibt, multipliziert mit dem Tagessatz jeder Rolle. Zur Einordnung des Satzes: Das Silkhom-Barometer 2025 nennt für einen Mobile-Entwickler auf Mid-Level in Paris 400 bis 500 € pro Tag (bis zu 550 € für Android). Für einen Preis brauchen Sie ein Angebot auf Basis eines schriftlich festgelegten Umfangs.
Was kostet die Veröffentlichung im App Store und bei Google Play?
Laut den offiziellen Seiten kostet das Apple Developer Program 99 USD pro Jahr (wo verfügbar in lokaler Währung), und die Registrierung in Googles Play Console kostet einmalig 25 USD. Eröffnen Sie diese Konten auf den Namen Ihres Unternehmens, nicht auf den Ihres Dienstleisters, damit Sie die Kontrolle über Ihre Apps behalten.
Ist eine Cross-Platform-App günstiger?
Oft, weil eine Codebasis iOS und Android bedient: weniger Tage für Entwicklung, Tests und Wartung. Der Tagessatz unterscheidet sich zwischen den Technologien kaum: Silkhom nennt nahezu identische Spannen für iOS-, Android- und Cross-Platform-Entwickler. Nativ lohnt sich bei anspruchsvoller Grafik oder Funktionen, die eng an das Gerät gebunden sind.
Braucht man nach dem Launch noch ein Budget?
Ja. Apple und Google heben ihre Anforderungen regelmäßig an: Apple akzeptiert kein Update mehr, das mit einem alten SDK erstellt wurde, und eine App, die auf eine zu alte Android-Version ausgerichtet ist, wird manchen neuen Google-Play-Nutzern nicht mehr angeboten. Hosting, Fehlerbehebungen und neue Funktionen kommen hinzu.
Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand für eine App?
Ein Festpreis passt, wenn sich der Umfang vor Beginn der Arbeit aufschreiben und abnehmen lässt, die Abrechnung nach Aufwand, wenn sich die Anforderungen mit dem Nutzerfeedback ändern werden. Eine Mischform ist möglich: ein Festpreis für die erste Version, danach Abrechnung nach Aufwand für alles Weitere.
Quellen
- Silkhom: Baromètre des TJM 2025 dans l'informatique et le digital (abgerufen am 29. September 2026)
- Apple Developer: Program enrollment (abgerufen am 29. September 2026)
- Play Console Help: Get started with Play Console (abgerufen am 29. September 2026)
- Apple Developer: Upcoming Requirements (abgerufen am 29. September 2026)
- Play Console Help: Target API level requirements for Google Play apps (abgerufen am 29. September 2026)
- CNIL: Mobile applications, CNIL publishes its recommendations for better privacy protection (abgerufen am 29. September 2026)